Imaginäre und reale Brücken als verbindende Elemente in kommunalen Beziehungen?
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Im Zusammenhang mit Städtepartnerschaften und anderen internationalen Kontakten wird oft von Brücken gesprochen. Im Allgemeinen wird dieses Wort positiv konnotiert, denn Brücken ermöglichen Interaktion und Kommunikation und schaffen im Idealfall enge Beziehungen. Vor allem in öffentlichen Erklärungen wird ihre verbindende Bedeutung hervorgehoben und gefeiert. Während zumeist von Brücken im metaphorischen Sinne die Rede ist, handelt es sich in einigen Fällen um reale Bauwerke, die zum Beispiel einem bestimmten Partner gewidmet sind, oder zwischen zwei Partnergemeinden aus verschiedenen Staaten stehen. Während die Bedeutung der ersteren im Symbolischen liegt, erfüllen die letzteren auch eine Funktion im eigentlichen Sinne. Im übertragenen Sinne können auch gemeinsame Elemente des täglichen Lebens eine Brücke bilden und Menschen zusammenführen, wie z. B. Bräuche, Herkunft, wirtschaftliche Einkommensquellen, geografische Lage und historische Erfahrungen. Reale Brücken können nicht nur Menschen und Städte verbinden, sondern auch als Denkmäler fungieren, die eine Beziehung immer wieder in Erinnerung rufen. Anhand der Beschreibung ausgewählter Beispiele von imaginären und realen Brücken geht der Artikel auch auf folgende Fragen ein: Ist die Brückenmetapher meist nur eine leere Floskel? Wie werden bildliche und tatsächliche Brücken von der Öffentlichkeit wahrgenommen? Sind imaginäre Brücken (z. B. einschlägige Aktivitäten, alltagskulturelle Ähnlichkeiten) und physische Brücken wirklich verbindende Elemente in der europäischen Vielfalt? Inwiefern sind sie hilfreich, um das Fremde zu verstehen? Der Artikel bezieht sich vor allem auf langjährige Forschungen des Autors zu Städte- und Gemeindepartnerschaften, aber auch auf einige andere bilaterale Beziehungen im mitteleuropäischen Kontext. Als Quellen dienen Beobachtungen, Umfragen, Medienauswertungen und andere Recherchemittel.
The meaning of bridges is often mentioned in town twinning and other international contacts. In general, this word has positive connotations, as bridges enable interaction and communication and ideally create close relationships. Bridges are usually referred to in a metaphorical sense, but in sometimes they are real structures, such as those dedicated to a specific partner or between two partner communities from different countries. While the significance of the former is symbolic, the latter also fulfill a function in the real sense. In a figurative sense, common elements of everyday life can also form a bridge and bring people together, such as customs, origins, sources of economic income, geographical location and historical experiences. Real bridges can not only connect people and cities, but also act as monuments that remind us of a relationship again and again. By describing selected examples of imaginary and real bridges, the article also addresses the following questions: Is the bridge metaphor mostly just an empty phrase? How are imaginary and real bridges perceived by the public? Are imaginary bridges (e.g. relevant activities, everyday cultural similarities) and physical bridges really connecting elements in European diversity? To what extent are they helpful in understanding the foreign? The article draws primarily on the author's many years of research into town twinning but also on a number of other bilateral relationships in the Central European context. Observations, surveys, media analyses and other research tools serve as sources.