Erinnerung, Schuld und Traumaverarbeitung in der deutschen Nachkriegsliteratur
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Im Zentrum dieser Untersuchung steht die Frage, wie Heinrich Böll in „Der Engel schwieg“ und Hans Erich Nossack in „Der Untergang“ das Verhältnis von individueller Erinnerung, kollektiver Schuld und Trauma verhandeln. Ein wichtiger Bezugspunkt ist dabei der Essay „Luftkrieg und Literatur“ von W. G. Sebald, in dem er das Schweigen der Nachkriegsliteratur kritisiert. Sebald hebt beide Autoren bzw. ihre Werke hervor, da sie zu den wenigen wichtigen Ausnahmen gehören, die die Realität der Zerstörung ungeschönt darstellten. Um diese Prozesse theoretisch zu analysieren, dient die Erinnerungstheorie von Aleida Assmann als Grundlage. Dabei wird untersucht, wie die individuellen Erfahrungen der Autoren Teil des kommunikativen und kulturellen Gedächtnisses werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung zwischen Funktions- und Speichergedächtnis. Es wird geprüft, ob die Texte das Grauen des Krieges als „bewohnte Erinnerung“ in das kulturelle Bewusstsein integrieren oder ob diese im passiven Speichergedächtnis zurückbleiben. Ziel der Arbeit ist es, die literarischen Strategien von Böll und Nossack vergleichend herauszuarbeiten und zu zeigen, wie sie das Erlebte verarbeiten. Abschließend wird analysiert, wie Sebald diese Darstellungen in seine Kritik einordnet und welche Relevanz sie heute für die deutsche Erinnerungskultur besitzen.